Neun: Kleines Spinnen-Spezial

Trigger Warnung für Spinnen Phobiker, es wird wieder langbeinig:

Goldie-Yellow Car wird Spinnen Heimat

 Ich mein, ich wundere mich schon die ganze Zeit, wieso hier überall, aber wirklich überall, Spinnenweben rumhängen. Vor allem an Autos wird gewebt, was das Zeug hält. Und an Hauswänden. Außen. Innen. Ein zarter Spinnenwebenschleier überzieht das Land.

Meine Recherche hat nun ergeben, ich bin im Land der Spinnen. Wikipedia sagt: New Zealand has 1157 described spider species, with an estimated total fauna of 2000 species.

Random Auto

Spinnen-Geschichten aus dem Kinderzimmer

Letzte Nacht im Kinderbett: Es ist drei Uhr, sagt mein Telefon. Da sitzt was auf dem Teppich neben dem Bett, sagt die Taschenlampe meines Telefons, mit der ich das Thermometer anleuchte. Nochmal richtig hin leuchten: Riesen Spinne. (Also Riesenspinne ist etwas übertrieben, nicht so handtellergroß, sondern eher so 20 Cent Körper mit Beinen. Aber dick und zappelig sind diese neuseeländischen Hausspinnen).

Wieso sitzt eine Riesenspinne nachts ums drei neben dem Kinderbett auf dem Teppich? Wieso hängt die nicht wie alle normalen Spinnen faul in irgendwelchen Netzen rum und wartet darauf, dass was zu essen vorbeikommt?

Tom am nächsten Morgen so: „Die jagen nachts“.

Ich so: „Aha, toll. Sind die neuseeländischen Spinnen zu dumm, um im Netz auf Beute zu warten, müssen die auf Kinderzimmer-Teppichen jagen?“

Mein Staubsauger und ich wissen außerdem, da ist nicht viel zu holen.

Besagte Spinne jedenfalls rannte im Schein der Taschenlampe erschrocken los – unters Bett. Horror. Das Bett ist ein Kinderbett, in dem man quasi auf dem Boden schläft: Boden, Lattenrost, Matratze. Außderdem hat es ein Dach, überall hängen Decken und Stofftiere, es gibt also viel Kletteraktivitäten und Geheimverstecke für Spinnen, die anscheinend Textil als Wand bevorzugen. Kurz habe ich mich zusammengerissen, wieder hingelegt, nach 30 Sekunden umentschieden und Tom nebenan geweckt:

„Können wir tauschen, ich kann nicht schlafen…“, log ich.

Tom also rüber ins Kinderbett, ich ins flauschige Queen Size Bett mit weißer Bettwäsche, das Gegenteil eines Spinnenverstecks.

Mit der Bettdecke bis zur Nase kurz schlecht gefühlt wegen Halbwahrheit und Vertuschung von Tatsachen, aber was sollte ich den müden Tom aufregen. Ich hätte auch besser geschlafen, wenn ich nichts von der Spinnen Existenz gewusst hätte.

Das Single Matratzen Kinderbett war eh eine Kack-Idee, weil besagtes Kind nicht allein drin schlafen will. Wir haben also geschafft, das gemeinsame Familienbett nach drei Jahren zu beenden mit dem Resultat, dass 2 Menschen der 3er Familie jetzt zusammen auf einer Single Matratze schlafen, während 1 Mensch allein im Queen Size Bett pennt. Glückwunsch.

 Die Igel Situation gerät auch außer Kontrolle: Sie sind überall. Macht man nach Dämmerung das Fenster auf, knusperts und kruschelts im Garten. Schaltet man dann die Außenbeleuchtung ein, blickt man in erschrockene Igel-Gesichtchen. Sogar tagsüber auf dem Spielplatz konnten wir schon einen kleinen Igel betrachten. Sehr niedlich immerhin. Ich überlege einen Igel zu fangen und als Haustier zu halten, damit er die Spinnen im Haus futtert.

Abends unter der Wäscheleine im Garten

Immerhin bringt die Nähe zu Australien mit sich, dass es eine breite Palette an allen möglichen Bett-Sprays gibt, um unerwünschte Gäste fernzuhalten. Da drüben sind so creepy crawlers ja Gang und gäbe und zusätzlich auch manchmal lebensbedrohlich.

„But not in New Zealand!“

Jaja, ich weiß…

Ich habe heute großzügig bestellt.

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Zehn: Herbsthäuser

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Acht: Igelparty am Kompost und ein Toter im Vorgarten